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Staatlich anerkannter Erholungsort LĂŒbbenau / Spreewald

Vor etwa zwölfhundert Jahren mĂŒssen Slawen beschlossen haben, im spĂ€teren LĂŒbbenau eine Burg zu errichten. In einer Urkunde aus dem Jahre 1315 wird LĂŒbbenau erstmals als "oppidium", als Stadt erwĂ€hnt. Der Lehrer und Stadtchronist Paul Fahlisch (1844-1930) geht jedoch von einem höheren Alter aus. Schon 1190 soll LĂŒbbenau als Stadt in der "Destinata Lusacia" erwĂ€hnt worden sein.


Der slawische Ursprung wurde durch Ausgrabungen in unmittelbarer NĂ€he des Schlosses belegt. Man fand dort 1974 eine Wallanlage aus dem 9. Jahrhundert.

Im Mittelalter entwickelte sich nach und nach Handwerk und Gewerbe. Im 18.Jahrhundert besaßen die meisten LĂŒbbenauer Gehöfte das Braurecht und mancher Brauer verkaufte sogar Bier bis nach Kopenhagen. Die PostmeilensĂ€ule (1740), die Nikolaikirche am Marktplatz (1741) und das jetztige LĂŒbbenauer Schloss (1817-20) wurden in dieser Zeit errichtet.

Der 1866 vollzogene Anschluß an das Bahnnetz (Strecke Görlitz Berlin) gab dem Handel, aber auch dem Fremdenverkehr, weiteren Aufschwung. Paul Fahlisch warb und organisierte Gesellschaftsfahrten von Berlin aus in den Spreewald. Das erste ElektizitĂ€tswerk versorgte ab 1905 den Ort mit Strom und zwei Jahre spĂ€ter wurde der stĂ€dtische KahnfĂ€hrhafen, auch Landungsplatz genannt, eröffnet. Schon in dieser Zeit grĂŒndete sich die Vereinigung der FĂ€hrleute (heutige Genossenschaft). In den goldenen Zwanzigern war der Spreewald das beliebteste Ausflugziel der Berliner. Über 200 FĂ€hrleute verdienten sich damals durch den steigenden Fremdenverkehr ihr Brot.

Bis nach 1950 blieb LĂŒbbenau dem Charakter nach ein AckerbĂŒrgerstĂ€dtchen mit einer Einwohnerzahl um sechs- bis achttausend, die nur recht langsam wuchs. Dann erst, Ende der fĂŒnfziger Jahre, wurde die Stadt Standort eines Braunkohlekraftwerkes. Die NĂ€he zu den Braunkohlefeldern und der Spree waren sehr gĂŒnstig. Die Stadt wurde dadurch nach SĂŒden hin erweitert (heutige Neustadt) und infolge der Ansiedlung zahlreicher Bergarbeiterfamilien betrug die Einwohnerzahl in den siebziger Jahren ĂŒber 23000.

So wurde LĂŒbbenau zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsstandort in der damaligen DDR. Der dazugehörige Braunkohletagebau, in dem frĂŒher 2/3 aller ErwerbstĂ€tigen LĂŒbbenaus arbeiteten, hat noch heute Spuren hinterlassen. Ein weiterer Wirtschaftsfaktor waren die vielen Gurken- konservierungsbetriebe die neben den typischen SpreewĂ€lder Gurken auch Sauerkraut, Meerrettich und anderes GemĂŒse veredelten. Durch die KahnfĂ€hrgenossenschaft wurde der Tourismus reprĂ€sentiert. Im Sommer 1975 ĂŒberstieg die Zahl der Touristen in LĂŒbbenau bereits die Millonengrenze. Dies lief ohne grĂ¶ĂŸere Ereignisse bis 1990 seinen "sozialistischen Gang".

Nach der Wende gab es im Spreewald große wirtschaftliche, soziale und biologische Umstellungen. Das Kraftwerk und die Tagebaue wurden nach und nach geschlossen. Die Mehrheit der LĂŒbbenauer wurde arbeitslos. Die staatlichen Gurkenfirmen wurden reprivatisiert und nur wenige ĂŒberlebten. Das Einzige, was LĂŒbbenau wirtschaftlich geblieben ist, ist der sich gut entwickelnde Tourismus. Mittlerweile hat sich das Übernachtungsgewerbe in LĂŒbbenau stark etabliert.

Ob Hotel, Pension, Ferienwohnung, -haus-,zimmer oder CampingplĂ€tze, alles ist in und um LĂŒbbenau buchbar. Viele Servicebetriebe haben sich angesiedelt, so z.b. private KahnfĂ€hrunternehmen, Paddelbootverleiher, Freizeitanbieter. Das neue errichtete Kristallbad ist ein weiteres Highlight der Spreewaldregion.
Durch stĂ€ndige Neuerungen zum Wohl der GĂ€ste, wird LĂŒbbenau auch in Zukunft seinem Ruf als Spreewaldhauptstadt gerecht.

letzte Änderung:  11.04.2007  Webmaster  Impressum  Druckversion